Hausnummer 11: Behrend Behrends, Hinrich Behrends und Lüke Behrends

Kolonatsgründer war hier Behrend Wilken aus Uthörn. Er war mit Taalke Lüken aus Willen bei Wittmund verheiratet. Aus der Ehe gingen die beiden Söhne Hinrich Jan Tobe Behrends und Lüke Behrends hervor, außerdem die Tochter Gretke Behrends, von der schon bei der Hausnummer 10 die Rede war. Das Kolonat erbte Lüke Behrends. Er verheiratete sich mit Trientje Hinrichs aus Hatshausen. Sie brachte 1500 Reichsthaler Gold und 1500 Reichsthaler Courant als Mitgift in die Ehe. Nach dem Tode von Lüke Behrends kamen die oben erwähnten drei Brüder gemeinschaftlich in den Besitz der beiden Kolonate mit den Hausnummern 8 und 11. Als nach dem Tode von Behrend Behrends die beiden jüngeren Brüder Hinrich und Lüke Behrends die Besitzgemeinschaft aufhoben, fiel das Haus mit der Hausnummer 11 an Hinrich Behrends, der sich gewöhnlich Hinrich Lüken Behrends nannte. Er war mit Katharina Rebekka Weers aus dem Hause mit der Hausnummer 1 verheiratet. Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor, zwei Söhne und zwei Töchter. Kolonatserbe wurde der ältere Sohn Hinrich Behrends. Er war zweimal verheiratet, zuerst mit Eta Dannemann, einer Tochter von Hermann Otten Dannemann und Trientje Carls aus der Nachbarschaft, und nach ihrem Tode mit Foolke Maria Tholen aus Rispelerheimt. Aus der ersten Ehe gingen fünf Kinder, zwei Söhne und drei Töchter, aus der zweiten drei Kinder hervor, zwei Töchter und ein Sohn. Die zweite Frau, die meistens Meta Tholen genannt wurde, verheiratete sich in zweiter Ehe mit dem Lehrer Janssen in Wiesedermeer. Diese Ehe blieb kinderlos. Bis zu dieser Eheschließung führte sie im Hause Nr.11 den Haushalt. Als sie dann zu ihrem zweiten Ehemann in die Lehrerwohnung umzog, ließ sie ihre zwei Töchter Gebkea und Luise Behrends im Hause Nummer 11 zurück. Nur ihren nachgeborenen kleinen Sohn Hinrich Behrends nahm sie mit. Von nun an bestand die Familie Beh­rends im Hause Nummer 11 nur aus Geschwistern. Hausherr war der ältere Sohn aus der ersten Ehe seines verstorbenen Vaters Hinrich Behrends, der Heinrich Leonhard Beh­rends hieß. Den Haushalt führte seine älteste Schwester Katharina Rebekka. Die Geschwister aus beiden Ehen ihres Vaters lebten und wirtschafteten einträchtig zusammen. Allerdings verließen bald der zweite Sohn Hermann Behrends und die zweite Tochter Marie Behrends das Haus, um auswärts Stellungen einzunehmen. Es blieben aber noch 5 Geschwister zusammen. Diese waren fast alle lebhafte und zu Späßen geneigte Menschen. Die Verhältnisse im Hause änderten sich wesentlich, als auch die jüngste Tochter aus erster Ehe, Margaretha Behrends, nach auswärts in Stellung ging13, und Katharina Rebekka Behrends später ebenfalls das Haus verließ, um sich mit einem Heinrich Tholen aus Rispelerhelmt, einem Neffen ihrer Stiefmutter Frau Lehrer Jans­sen geb. Tholen, zu verheiraten14. Jetzt verheiratete sich auch der Kolonatsbesitzer Heinrich Leonhard Behrends. Seine Ehefrau wurde Helene Müller aus Moorlage, also eine ,,Övermoorsche“, nicht ohne Vermittlung seitens des mit der Frau verwandten und mit Heinrich Behrends befreundeten Wiesedermeerer Kolonisten Peter Müller, auf den wir in einem der folgenden Paragraphen zurückkommen. Aus dieser Ehe gingen 13 Kinder hervor, von denen allerdings nur 9, 5 Söhne und 4 Töchter, groß wurden. Von den 5 Söhnen starben drei vor beiden Eltern, zwei fielen im Zweiten Weltkriege und einer starb an einer schweren Krankheit. Von den 4 Töchtern starb vor den Eltern die zweite Tochter Alma, die mit einem Kolonisten Badberg in Müggenkrug verheiratet war, bei der Geburt ihres Kindes. Von den heute noch lebenden zwei Söhnen übernahm nach dem Tode seines Vaters das väterliche Kolonat der jüngste Sohn Arthur Behrends. Er kehrte sehr spät aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück. Sofort legte er im landwirtschaftlichen Betrieb Hand mit an, um so mehr, je älter sein Vater wurde. Dieser starb im Jahre 1954. Nun nahm Arthur Behrends ohne weiteres das Kolonat in Besitz. Er hatte sich schon vorher mit einer jungen Witwe, Helene, verwitwete Wessels geborene Sling aus Wiesmoor verheiratet. Sie ist eine lebhafte und sehr tüchtige Frau, die auch im landwirtschaftlichen Betrieb mithilft. Aus der Ehe gingen eine Tochter und zwei Söhne hervor.

Die drei Töchter von Heinrich Behrends und Frau sind verheiratet. Die älteste Tochter Eta Behrends ist mit dem Kolonisten Harm Weers in Klein-Wiesedermeer verheiratet, die anderen beiden Töchter sind auswärts verheiratet. Von ihnen hat die eine 5 Kinder, die andere hat eine Tochter adoptiert. Der verstorbene Vater hinterließ kein Testament. Er hatte noch in jüngeren Jahren seine beiden ältesten Söhne Habbe und Hinrich Behrends dadurch abgefunden, dass er ihnen in dem neuen Ortsteil Neu-Wiesedermeer je eine Siedlung verschaffte und sie mit dem nötigen Vieh (6 Milchkühe) ausstattete. Es blieb nur noch der jüngste Sohn übrig, da ja der Sohn Hermann im Krieg gefallen war. Infolgedessen war es für den Vater eine Selbstverständlichkeit, dass nun Arthur Behrends sein Kolonat erbte, in dem er eifrig mitgearbeitet hatte und zuletzt, als der Vater bettlägerig wurde, allein den Betrieb übernahm. Nach dem Tode des Vaters blieb seine Frau als Witwe bei Arthur Behrends wohnen, bis sie 1965 verstarb.

13. Sie heiratete später Edo Graalfs, der durch seine Zuchterfolge zum bekanntesten Bauern im Jeverland wurde.

14. Das Ehepaar zog später nach Marcardsmoor, wo der Ehemann ein Kolonat übernahm. Beide hatten vier Kinder.