Er
war der ältere von zwei Söhnen des Kolonatsgründers Johann Heinrich
Gellermann, der als besonders intelligenter Mann Bauermeister war. Der Sohn begnügte
sich nicht mit der landwirtschaftlichen Betätigung auf seinem Kolonat, obgleich
die zugehörigen Ländereien schon von seinem Vater her verhältnismäßig groß
waren. Der Sohn betrieb außerdem einen Laden16 mit Waren, die die
Kolonisten im Dorfe nicht erzeugten, wie Weizenmehl zu den großen Feiertagen,
Zucker und alle sogenannten Kolonialwaren, wie besonders Tee und Kaffee.
Ferner betrieb er eine Gastwirtschaft und die Mühle in Wiesedermeer, nachdem er
in einem umständlichen Verfahren die erforderliche staatliche Genehmigung zum Mühlenbetrieb
erhalten hatte. Die vielen Betriebe brachten ihn schließlich in so große
finanzielle Schwierigkeiten, dass er die Windmühle einem Bremer Gläubiger übertragen
musste. Was er damit machte, wird sich bei der nächsten Hausnummer zeigen. Im
Alter verkaufte er seinen ganzen Grundbesitz mit dem Hause an einen Hilmer oder
Helmerich Kleyhauer aus Marx. Dieser baute bald ein völlig neues Haus, das viel
größer war, mit einer entsprechend großen Scheune17. Das Binnerend
hatte mehr Platz für Laden und die Gastwirtschaft. Es enthielt ein besonderes
Zimmer für Sitzungen und Besprechungen und oben auch ein Zimmer, in denen
Geschäftsleute und andere Gäste übernachten konnten, wobei sie von der Frau
Kleyhauer hervorragend mit Speise und Trank versorgt wurden18. Sein
Sohn Heiko Kleyhauer, der das Kolonat erbte, war ein guter Landwirt und auch ein
guter Geschäftsmann, wobei er den Laden seiner Frau Geraldine geb. Rinderhagen
aus Stiekelkamperfehn überließ. Sie hieß im Dorf einfach Dine und war
allgemein beliebt. Wenn Kinder einkauften, mussten sie ruhig vor dem Ladentisch
stehen bleiben19. Heiko Kleyhauer setzte sich im Dorfe eifrig für
die Gründung einer Genossenschaftsmolkerei und der Spar- und Darlehnskasse
ein.
Der Sohn und Erbe von Heiko Kleyhauer hieß Erich Kleyhauer. Er baute an das Haus einen Saal an, in dem die Dorfbewohner ihre großen Familienfeste feiern konnten, wie grüne, silberne und goldene Hochzeiten. Die Gastwirtschaft mit dem Saal überließ Erich Kleyhauer seinem ältesten Sohn Heiko Kleyhauer. Die Landwirtschaft gab Erich Kleyhauer ebenso wie den Laden auf. Er baute sich in der Nähe des Hauptgebäudes ein Wohnhaus mit der Hausnummer 16 A. In der Gastwirtschaft hilft er seinem Sohn gern, um sich mit den Gästen unterhalten zu können. Der Sohn Heiko Kleyhauer ist im Nebenamt Briefträger im Dorfe. Es war im Dorfe nämlich üblich, dass bei neu erbauten Häusern, die zwischen den alten Kolonistenhäusern errichtet wurden, die Hausnummern so vergeben wurden, wie sie gebaut wurden, so dass alle Hausnummern bunt durcheinander liegen. Daher muss der Briefträger alle Einwohner persönlich kennen, um die Postsachen bestellen zu können. Seine Ländereien verpachtete Erich Kleyhauer. Ein zweiter Sohn, Herbert, ist als Arbeiter tätig. Die Tochter Gertrud ist in Frankfurt gut verheiratet.
Heute: Heiko ist inzwischen verstorben. Die Gaststätte wird nun von Heikos Frau Else und vom Sohn Erich geleitet. Die Gaststätte nennt sich heute "Zum grünen Jäger". Der jährlich Höhepunkt des Gasthauses ist das Schützenfest mit der Scheunendisco.
16. Der Sohn von Zacharias Sartonus ließ den Kramladen seines Vaters eingehen.
17. Als Johann Helmendi Kleyhauser eine neue Dresehmaschine zeigen wollte, geriet er mit dei rechten Hand in das Getriebe, so dass von seiner Hand nur ein Stumpf übrig blieb.
18. Frau Almt Kleyhauer war eine geborene Peeks aus Hohenesche