Hausnummer 3: Gerhard Westerholt

Erster Kolonist war Johann Pollmann, der mit Johann Wessels 1739 nach dem kleinen Wieseder Meer kam und im folgenden Jahre das von Sebastian Eberhard Ihering auf dem Grundstück B gebaute Haus bezog. Zu dem Grundstück B gab ihm Sebastian Eberhard Ihering als Erbpächter des ganzen kleinen Wieseder Meeres auch das Grundstück C in Untererbpacht. Als Johann Pollmann ebenso wie Johann Wessels das kleine Wieseder Meer wieder verließ, wurde auch das von ihm kultivierte Land schnell wieder Ödland. Ebenso wie Focke Heyen das Haus A mit seiner Frau bezog, so wohnte seit derselben Zeit der ältere Bruder von Focke Heyen, der Ude Heyen hieß und sich mit Eta Harms, einer Tochter von Harm Otten in Neuenhaus im Kirchspiel Leerhafe, verheiratete, in dem Hause, das Johann Pollmann geräumt hatte. Auch er musste bei der Kultivierung von Teilen des kleinen Wieseder Meeres von vorne anfangen. Nach dem Tode von Ude Heyen wurde sein zweiter Sohn, der genau wie sein Großvater mütter­licherseits Harm Otten hieß, Kolonatsbesitzer, weil der erste Sohn Heye Uden vorher jung gestorben war. Er verheiratete sich mit einer Anke Dirks, die wie Ude Heyen aus Aurich-Oldendorf stammte. Es war kein Zufall, dass viele Kolonisten im kleinen Wieseder Meer und auch viele Frauen aus Aurich-Oldendorf stammten. Zwischen diesem Dorfe und dem kleinen Wieseder Meer lag nichts anderes als Hochmoor. Da in Aurich­Oldendorf wie überall nur ein Sohn den Hof erben konnte, mussten die anderen sich sonst eine Existenz suchen, und da lag für sie nichts näher, als daß sie über das Hoch­moor nach dem nicht weit abgelegenen kleinen Wieseder Meer zogen. Harm Otten konnte schuldenhalber das ererbte Kolonat nicht behalten. Es kam zur Zwangsversteigerung oder, wie man damals sagte, das Kolonat wurde subhastiert. Erwerber war ein Epke Dieken Meinen. Da dieser keine Kinder hatte, konnte Harm Otten, dessen Frau mittlerweile gestorben war, als Witwer bei ihm wohnen bleiben. Er betrieb in dem Hause eine Gastwirtschaft, was dem Hausbesitzer eine Nebeneinnahme verschaffte. Als die Frau von Epke Dieken Meinen starb, mußte Harm Otten sich zum zweiten Male verheiraten, weil ohne Frau in dem Hause nicht zu existieren war. Epke Dieken Meinen verkaufte schließlich, als Harm Otten selbst gestorben war, sein Kolonat an Gerhard Westerholt, der die von Harm Otten gegründete Gastwirtschaft in dem Hause weiter betrieb, neben seiner landwirtschaftlichen Betätigung als Kolonatsbesitzer. Nach seinem Tode erbte das Kolonat mit der Gastwirtschaft sein Sohn Johann Westerholt, der mit einer Hinrichs aus Leerhafe verheiratet war. Die Ehe blieb kinderlos. Infolgedessen ver­kaufte Johann Westerholt sein Kolonat an seine zwei Schwager Gerd Janssen Hinrichs und Heinrich Hinrichs. Da letzterer ohne Nachkommen starb, beerbte ihn sein Bruder, dessen Sohn Rolf Hinrichs das Kolonat heute besitzt. Er war der letzte Gemeindevor­steher bis zur Gründung der Einheitsgemeinde Friedeburg. Rolf Hinrichs ist mit Gerda Logemann, Tochter von Johann Logemann und Gesine Kleyhauer, verheiratet. Sein Sohn heißt wie der Großvater Gerd Janssen Hinrichs und ist mit Annchen Hinrichs aus Utarp bei Ardorf verheiratet. Er wird den Hof später erben. Die Tochter von Rolf Hinrichs, Karla Hinrichs, heiratete Eimo Willms aus Wiesmoor.