Hier war Kolonatsgründer Dirk Dirks, der ebenso wie Johann Behrend Hencken bei dem Kolonat mit der Hausnummer 2 sein Haus auf eigene Rechnung baute. Schon vor Beginn des Hausbaues verheiratete er sich in zweiter Ehe mit Frauke geborene Remmers, die ebenso wie ihr Ehemann aus Aurich-Oldendorf stammte. Nach dem Tode von Dirk Dirks verheiratete sich seine Frau nicht wieder. Da der als Erbe in Aus-sicht genommene Sohn Ude Dirks noch ganz jung war, wurde sie selbst Kolonatsbesitzer. Erst als sie 1803 starb, erbte der zweite Sohn Ude Dirks das Kolonat. Diesem ging es ebenso wie Harm Otten, dass ihm sein Kolonat nach einigen Jahren subhastiert wurde. Neuer Kolonatsbesitzer wurde ein Harm Otten Heeren, von dem nicht feststeht, aus welchem Dorfe er stammte. Er verheiratete sich mit Taalke Focken, einer der vier Töchter von Focke Heyen und seiner Frau Anke Dirks. Ihr Sohn Heere Harms Heeren verheiratete sich mit Etta Otten, einer Tochter von Otte Janssen, der aus Großefehn nach dem großen Wieseder Meer kam und hier ein Kolonat gründete. Sein Sohn und Kolonatserbe war Hermann Anton Heeren. Er verkaufte das Kolonat an Nanne Nannen und Anton Dannemann, je zur ideellen Hälfte. Nach dem Tode von Nanne Nannen wurde Anton Dannemann allein Kolonatsbesitzer. Da er auch von Nanne Nannen durch Testament dessen eigenes Kolonat mit der Hausnummer 2 erbte, besaß Anton Dannemann nun 2 Kolonate, die er auch bis 1921 zusammen bewirtschaftete. Das Wohnhaus war zeitweilig vermietet. 1921 wurde das Wohnhaus neugebaut, da der jüngste Sohn von Anton Dannemann, Hermann, sich mit Marie Gellermann vom Neuen Weg verheiratet hatte. Sie bewohnten das neue Haus und erhielten die dazugehörigen Ländereien. Durch Zukauf vergrößerten sie ihren Hof. Sie haben einen Sohn Arno, der sich mit Hertha Meinen aus Marcardsmoor verheiratete. Aus ihrer Ehe gingen 2 Söhne hervor. Der ältere Sohn Hermann ist Polizeibeamter, der jüngere Sohn Manfred soll später den Hof übernehmen. Hermann Dannemann sen. starb am 1. Mai 1974.
Alle vier Kolonate in Kleinwiesedermeer sind heute moderne landwirtschaftliche Betriebe mit großen Viehherden usw., neugebauten modernen Wohnhäusern mit entsprechend großen Scheunen, Nebengebäuden und neuzeitlichem Inventar.
Kurz soll hier noch erwähnt werden, daß das Gesicht von Kleinwiesedermeer, wie es Jahrhunderte bestand, durch einen Prozeß sich fast ganz verändert hätte. Da das Haus Nr.2 etwas abseits vom Hauptwegsteht, führt ein Rundweg zu ihm, der teilweise zwischen Ländereien von HausNr.3 hindurch führt. Allen Bewohnern ist er als Nannens Weg bekannt. Bei einemfreiwilligen Landaustausch zwischen beiden Häusern und den Vermessungen stelltesich dann heraus, daß der Weg, der durch die Ländereien von Haus Nr.3 führtund seit 200 Jahren als der Privatweg von Haus Nr.2 galt, irrtümlich als dasEigentum von Haus Nr.3 eingetragen war. In der ersten Instanz wurde demGrundbuch Rechnung getragen und anerkannt. Das Landgericht Aurich war aber anderer Meinung, aufgrund der vorliegenden alten Karten und Akten. In einem Vergleich wurde dem Anraten der Landwirtschaftskammer gemäß vereinbart, daß der Weg jetzt Eigentum von Haus Nr.3 bleibt, das Überwegungsrecht jedoch für alle Zeit auf das Haus Nr.2 gerichtlich eingetragen wurde