Der 1. Weltkrieg und die Nachkriegszeit

Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges im August 1914 wurde in Wiesedermeer ein Kriegsausschuß von der Gemeindeversammlung gewählt: Gerd Janssen Hinrichs, Hinrich Logemann und Hinrich Brunen. Sie hatten die Angelegenheiten der Heereslieferungen zu übernehmen (Pferde, Wagen usw.).

Im Jahr 1916 wurde von 16 Bauern die Spar- und Darlehenskasse gegründet. Von den im Krieg eingezogenen Männern aus Wiesedermeer kamen neun nicht wieder zurück und einige mit schweren Verwundungen. Die Namen der Gefallenen und Vermißten wurden in einen großen Findling eingemeißelt, der 1925 bei der Gastwirtschaft Kleihauer aufgestellt wurde.

Im ersten Weltkrieg und kurz danach wurde das Dorf an die elektrische Stromversorgung angeschlossen und die Elektrizitätsgenossenschaft Wiesedermeer gegründet. Neuer Bürgermeister wurde 1921 Brune Gerdes Brunen, nachdem Gerd Otten Dannemann sein Amt nach über 38jähriger Tätigkeit niederlegte.

Ein Bezirkshebammenhaus wurde 1922 von der Gemeinde gebaut und von Frau Wilke bezogen. Wegen der ständig steigenden Inflationsrate wurde das Gehalt des Gemeindevorstehers in Getreidewert umgerechnet, 16 Zentner oder deren Geldwert. Ab 1924 wurde die Reichsmark Zahlungsmittel, und es gab wieder einen geregelten Bezug von 200 RM jährlich. Als neuer Schiedsmann wurde Johann Fürst gewählt, nachdem Anton Dannemann aus Altersgründen sein Ehrenamt niederlegte, welches er über viele Jahrzehnte innehatte. Im Jahre 1925 wurde das Ehrenmal für die im 1. Weltkrieg gefallenen Wiesedermeerer bei der Gastwirtschaft Kleihauer eingeweiht. 1927 wurde beschlossen, von der Pflichtfortbildungsschule in der Gemeinde Abstand zu nehmen, denn in Friedeburg wurde die zweijährige landwirtschaftliche Fortbildungsschule für die Winterhalbjahre eingerichtet. In der folgenden Zeit wurden wieder neue Vergrößerungen an interessierte Landwirte ausgegeben und neue Siedlungsanträge in Klein-Wiesedermeer gestellt.

Der Staat kultivierte den größten Teil der Heideflächen mit großen Dampfpflügen. So entstand auch die etwas spätere Siedlung Neu-Wiesedermeer. Die Ländereien wurden den Siedlern (größtenteils an junge Ortsansässige) als Grünland übergeben. Neue Wege mußten von der Gemeinde zu diesen Ortsteilen angelegt werden. Eine eigene Molkereigenossenschaft wurde 1929 gegründet. Die Molkerei wurde 1930 gebaut, und die erste Milchanlieferung erfolgte am 1. Januar 1931.