In den Familien ging es in der Zeit noch sehr ärmlich zu. Alles mußte selbst gemacht werden, und nur was ihnen zuwuchs, hatten sie zum Leben. Ihr Korn mußten sie ganz nach Reepsholt oder Kloster zur Mühle bringen. Bis ein Dirk Geilermann eine kleine Windmühle baute, die als Roßmühle bezeichnet wurde, weil sie bei Windstille von einem Pferd in Gang gesetzt wurde, ähnlich wie später die Dreschmaschine mit dem Göpel. Aus mündlicher Überlieferung hätten die Kolonisten in Großefehn Äcker für Flachs gehabt, den sie dort angebaut hätten. Denn in Großefehn war der Boden dafür besser geeignet. Die Fehnschiffer brachten, wenn sie ihren Torf in Emden und in der Krummhörn verkauften, Schlick aus der Ems für ihre Felder wieder mit. Die Bearbeitungsgegenstände für den Flachs waren in einigen Häusern noch bis zum 2. Weltkrieg, ebenso gewebte Leinentücher. Der Flachs wurde zu Hause bearbeitet und dann versponnen zu Leinengarn. Zum Weben wurde er nach Marx gebracht, wo Weber ihre Werkstätten hatten. Auch zum Blaudrucken wurde er nach Marx gebracht. Für Oberbekleidung wurde der sogenannte "Fiefschaften" gewebt. Als Kette wurde Leinengarn genommen und der Schuß aus fein gesponnener Wolle. Das feinste Leinengarn, so erzählte man, hätten die Männer gesponnen. Einen Acht-Stunden-Tag gab es damals nicht, denn abends wurde oft noch mit dem Dreschflegel Korn gedroschen, Dachstroh geschnitten oder Strohdocken gebunden. Das alles bei spärlichem Licht (,,Schienfatt oder ,,Tranfunzel").
Um 1850 ging es den Kolonisten wohl schon erheblich besser, denn nach mehrfachem Besitzwechsel im Kleinen wie auch im Großen Wiesedermeer bauten sie sich für die Zeit schon sehr große und komfortable Häuser. Das Stapelwerk war aus Eichenholz und hatte schon eine Ständerweite von sechs bis sieben Metern.
Einige Scheunen werden, nach Umbauen und Erneuerung, noch heute so benutzt.
1854-1856: Die Kolonisten aus Klein-Wiesedermeer wollten endlich von der Erbpacht der lheringschen Erben befreit werden (genaue Angaben davon im Buch von Dr. Heinrich Behrends). Es kam zu einem Vergleich. Sie mußten die Erbpacht für 25 Jahre im voraus bezahlen. Das Ablösungskapital betrug für jeden der vier Kolonisten, Hinrich Weers, Nanne Nannen, Gerhard Westerholt und Hermann Heeren, 156,25 Reichsthaler in Gold.