1760 wird in den Akten von Ude und Focke Heyen berichtet (letzterer ist der Urahne der Familie Focken, welche noch in der 9. Generation in Wiesedermeer wohnen), daß sie sich im Kleinen Wiesedermeer angesiedelt hätten. Höchstwahrscheinlich sind es Söhne der ersten Kolonisten aus Aurich-Oldendorf. Sie besaßen schon je ein Pferd, drei Kühe und Jungvieh. Ein paar Jahre später erbaute sich Dirk Dirks (auch aus Aurich-Oldendorf) in Klein-Wiesedermeer ein neues festes Haus.
Der Gründer von Klein-Wiesedermeer, Sebastian Eberhard Ihering, legte auch Jheringsfehn an. Er verstarb im Jahre 1759 im Alter von 59 Jahren nach einem rastlosen Leben. Zu den Erben lherings gehörten seine beiden Söhne Caspar Rudolf Ihering, Anton Lorenz Conrad Ihering sowie eine Tochter. Diese Erben Iherings erklärten in einem Schreiben an den König ihren Verzicht auf das Große Wiesedermeer, wenn sie weiter das Kleine Wiesedermeer dafür in Erbpacht behielten. Ihr Vater habe in das Kleine Wiesedermeer für Entwässerung, Wege- und Häuser-bau so viel Geld investiert, daß sie endlich einmal auch Nutzen davon haben möchten. Sie machten einen Vertrag mit den Kolonisten, ihnen das ganze Kleine Wiesedermeer für jährlich 25 Reichsthaler in Gold in Erbpacht zu geben. Um diesen Vertrag gab es später viel Streit. Etwa zehn Jahre später kam aus dem oldenburgischen Land Johann Behrend Henken als vierter Kolonist nach Klein-Wiesedermeer. Er war Schäfer, und mit ihm bauten die drei dort schon Ansässigen gemeinsam einen großen Schafstall. Noch heute heißt das Stück Land ,,Schaapstallstee". So hatten sie neben der Torfgräberei und dem Buchweizenanbau auch eine neue Einnahmensquelle und mehr Naturdünger für ihr Ackerland. Trotzdem kamen die vier Kolonisten in bittere Not, als sie in nassen Jahren durch die Räude 400 Schafe verloren. Trotz allem mußten sie ihre Abgaben doppelt entrichten. Einmal die Erbpacht an die lheringschen Erben und für das ausgemessene Land an die Rentei in Friedeburg.